In den letzten fünf Jahrzehnten hat der Mensch das Ökosystem Meer an den Rand des Kollaps gebracht.
Das Ammenmärchen vom unerschöpflichen Fischreichtum, der egal wieviel wir dem Meer entnehmen, nie Mangelware würde,
ist als ein folgenschwerer Irrtum entlarvt. 1994 durchbrach die Fischerei weltweit die Schallmauer von 100 Millionen
Tonnen angelandeten Fisch. Der jährliche Ertrag lag 2006 bei über 140 Millionen Tonnen angelandete Fischereiwaren weltweit.
Die FAO (Welternährungsorganisation) informiert, dass über die Hälfte der Fischbestände bereits bis zur
Belastbarkeitsgrenze ausgebeutet werden und 25 Prozent schon überfischt sind. Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzender Anteil an Beständen, die bereits gänzlich kollabiert sind.

Fischereistatistik (Quelle FAO SOFIA-REPORT)

Fischereistatistik (Quelle FAO SOFIA REPORT)
Nun wäre es der letztmögliche Zeitpunkt, die Überkapazitäten der riesigen Fangflotten abzubauen,
um nicht die bereits stark dezimierten Arten völlig auszurotten. Aber es kommt zu keiner Einigung. Kaum ein Land ist bereit,
den Anfang zu machen. Das Gegenteil passiert. Es werden noch mehr, noch größere Schiffe gebaut und eingesetzt. Die Fischereibranche wird in vielen Bereichen staatlich subventioniert. Auf den
Meeren tobt ein wahrer Krieg um die letzten Fische. Viele Nationen schützen ihre Fischgründe bereits mit Kontrollschiffen, Hubschraubern
und Flugzeugüberwachung.
In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Fischtrawler um mehr als 20% gestiegen. Beim Kampf um die letzten Fische
rüsten die Flotten immer mehr auf. Für viele Milliarden $ wird moderne Computertechnik in die Schiffe eingebaut. Mit Hilfe von
Radar- und Sonarüberwachung oder über Satellitenangaben werden die letzten Schwärme aufgespürt und mit gigantischen Netzen
dem Meer entrissen.

Fang auf Eis
Kleine Fischkutter können wegen Ihrer Größe nur zu bestimmten Zeiten aufs Meer hinaus, um Fisch zu fangen. Mit diesen
Booten hätte man niemals die Bestände in Gefahr bringen können. Die modernen Trawler jedoch fangen an 365 Tagen im Jahr.
Zur Laichzeit, in den Laichgründen, ohne jede Rücksicht darauf, die Bestände den kommenden Generationen zu erhalten. Fangquoten werden oftmals nicht eingehalten. Die Fischereiindustrie gleicht der Piraterie der vergangenen Jahrhunderte. Hierbei steht kurzzeitiges Profitdenken vor dem gesunden Menschenverstand.

Lengfisch an Bord eines Kutters
Auch die Fangquotenregelungen sind ohne die Auflage ALLES gefangene anzulanden, ungenügend. Diese führen dazu, dass Fischer
ihren Fang auf der Heimreise wieder zurück ins Meer schütten, wenn diese per Funk erfahren, dass der erhoffte Preis an
diesem Tag nicht erreicht wird. So kann der Fischer die gleiche Menge am nächsten Tag noch einmal fangen, ohne seine Quote
zu überschreiten, in der Hoffnung dann einen höheren Preis zu erhalten.
Das folgende Bild veranschaulicht die Hilflosigkeit der Behörden und zuständigen Ämter. In Südwestengland versucht man Fischer dazu zu bewegen, ihre Gedanken über das zukünftige Fischereimanagement mitzuteilen, damit man Wege aus der Krise findet.

Fischer werden um Mithilfe beim Fischereimanagement gebeten.
Kanada hatte bereits 1992 zu spüren bekommen,
was es bedeutet, seine eigenen Fischvorkommen komplett zu vernichten. Der atlantische Kabeljau wurde so stark gefischt,
dass dieser vor der völligen Ausrottung stand. Wissenschaftler warnten, doch die Politiker ignorierten diese Warnungen.
Neue, größere Fangschiffe wurden eingesetzt und man fing die dreifache Menge dessen, was die Wissenschaftler als
Maximalbelastung vorgaben. Auch aus Kuba, Spanien und vielen anderen Nationen kamen die Schiffe immer häufiger in die
Gewässer vor Neufundland und jagten die letzten Schwärme. Aber eines Tages kamen die Fischer mit leeren Netzen zurück.
Der Fang war fast schlagartig um 90% zurückgegangen. .

Fischtheke
Im Sommer 1992, Jahre zu spät, reagierten die Politiker und verboten den Fang von Kabeljau völlig.
Seit dem Zusammenbruch der Fischerei in Kanada sind 40.000 Menschen in der Region auf Sozialhilfe angewiesen.
Fischer, die zufällig noch einzelne Kabeljau- Exemplare fangen, müssen diese wieder lebend zurück ins Wasser werfen,
so die neuen Gesetze. Man hofft, dass sich die Bestände wieder erholen werden, wenn man den Kabeljau
einige Zeit in Ruhe läßt. Ein ähnliches Szenario wie in Kanada spielt sich auch in unserer heimischen Ostsee ab.
Die Dorschbestände sind auf ein Minimum gesunken. Nun klagen auch die deutschen Fischer.

Tiefgefrorener Futterfisch
In Kanada schoben die zuständigen Politiker den Robben den Schwund der Bestände in die Schuhe.
Diese seien die „gefräßigen Wölfe“, die den Menschen den Fisch wegfressen würden. Man eröffnete die Robbenjagd wieder und
tötet seit 1996 jedes Jahr Hundertausende Robben.
Ähnliche Zusammenbrüche gab es auch vor asiatischen Küsten. Dort schoben die Politiker, welche den großen
Fischereifabrikschiffen die Fanggenehmigungen gaben, die Zerstörung der Fischbestände auf die Delfine.
In Japan ging man sogar soweit, dass man, um die kleinen Fischer zu besänftigen, eine Prämie für jeden toten
Delfin zahlte.
Ein Lerneffekt tritt jedoch nicht ein. In unseren Tagen werden die einst reichen Fischbestände vor Westafrika vernichtet.
Nicht von den einheimischen Fischern, die wie früher mit kleinen Booten auf Fang gehen, sondern wiedereinmal von den riesigen
Trawlern aus den Industrienationen. Auch Deutschland hat seinen großen Trawlern Fangrechte vor der afrikanischen Küste verschafft.
Die Einheimischen werden in wenigen Jahren ein Totes Meer vorfinden und die Trawler aus den USA, Europa und Asien werden
zur nächsten Küste weiterziehen.
Selbst Giganten der Meere, wie z.B. die großen Mantarochen werden bejagt. Diese Tiere dienen als Collagen- Lieferant
für die Kosmetik- Industrie. Viele Arten sind bereits Mangelware., Besonders pelagische Hai- und Tunfischarten sind extrem gefährdet.
Bestandserhaltende Fischerei wird immer lauter gefordert, aber die Praxis zeigt, dass man solange eine Art bejagt,
bis diese völlig zusammengebrochen ist und dann zu der nächsten übergeht. Erst hat man den Kabeljau verantwortungslos
überfischt, dann den Seelachs, nun den Alaska- Pollack.
Die Größe der Flotten und die Ausmaße der Netze sind das Hauptproblem. Die modernen Trawler gleichen
mehr Fabrikanlagen als Fischerbooten. Bei jedem Einholen des Netzes können über 50 Tonnen
Fisch dem Meer entnommen werden. Genug für einige Millionen Fischstäbchen...
Die globalen Fangflotten zerstören
das Meer genauso, wie Brandrodungen und Kahlschlag den Regenwald. Die Jagd auf alles Essbare aus dem Meer nimmt
immer perversere Formen an. Besonders asiatische Flotten gehen extrem rücksichtslos vor.
An vielen Küsten machen asiatische Fischer Jagd auf Seepferdchen, um daraus Suppengewürze und Zutaten für traditionelle Medikamente herzustellen. Weltweit werden jährlich ca. 20 Mio. dieser Tiere dem Meer entnommen.
Die Bestände sind inzwischen akut bedroht.
Auch die Tiefsee wird bereits bejagt. Obwohl uns die Bewohner der Tiefsee so fremd und größtenteils noch unerforscht sind,
stehen diese Gattungen bereits auf dem Speiseplan der Gourmets.
Selbst in 1500 Metern Tiefe ist man auf Jagd nach seltenen Delikatessen, wie dem Orange Roughy,
einem seltenen Fisch der Tiefsee, welcher einhundertundfünfzig Jahre alt werden kann, wenn er nicht
auf einem Teller endet.
Obwohl aller Fischfang nur zu ca. zwölf Prozent zur weltweiten Eiweißversorgung beiträgt, scheint niemand
bereit zu sein, ernsthaft über eine drastische Reduzierung der Fänge nachzudenken.
Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich Millionen sinnlos getöteter Meeresbewohner.
Darunter zwischen 50.000 und 100.000 Delfine jedes Jahr, sowie unzählige Wale, Robben, Seeschildkröten,
Haie und mindestens eine Million Seevögel. Das, was die Fischer in Ihren Netzen finden, ist nur zum Teil das,
was diese auch fangen wollen. Alles andere ist „Beifang“ und wird tot oder „noch“ lebend als Müll wieder ins Meer
zurückgeworfen. Man geht im allgemeinen von mindestens 20 Millionen Tonnen Meerestieren aus, welche so als Müll enden.
Inzwischen ist Fakt, dass der Beifang ein Drittel des angelandeten Fanges erreicht hat. Mit dieser Menge,
welche jedes Jahr sinnlos in die Meere geworfen wird, könnte man ganz Deutschland 15 Jahre lang mit Fisch versorgen.
Viele werfen selbst wertvolle Speisefische wieder zurück ins Meer, weil diese zu klein sind, oder der Laderaum für
profitablere Arten freigehalten werden soll.

Schweinswal als Opfer der Fischerei
Besonders brutal geht man mit Haien um. Asiatische Fischer, aber inzwischen auch viele andere,
schneiden den Haien die Flossen ab (Sharkfinning), um den Heißhunger asiatischer Feinschmecker nach Haifischflossensuppe
zu stillen. Der meist noch lebende Hai wird wieder zurück ins Meer geworfen, wo er einen qualvollen Tod stirbt.
Andere machen Jagd auf alles und zermahlen die Fische zu Fischmehl oder verarbeiten diese zu Fischöl,
welches in vielen unserer Produkte, wie Backzutaten, aber auch in Pflegeprodukten und Kosmetika wiederzufinden ist.

Hundshai, Dorn- und Katzenhaie als unerwünschter Beifang
Aber auch wenn die gefangene Art die Richtige ist, kann diese dennoch als Müll über Bord gehen.
Denn häufig sind in der letzten Zeit die gefangenen Tiere zu klein und lassen sich nicht verarbeiten. Auch in deutschen Häfen
kann man beobachten, wie Fischfang direkt in die Verwertung geht und zu Fischmehl oder Tiernahrung verarbeitet wird,
da die Tiere eine Mindestgröße nicht erreichen konnten.
Ein bei allen Fangtechniken bestehendes Problem sind die Netze. Sie bestehen aus reißfestem Monofilament,
unverrottbar und biologisch nicht abbaubar. Der Vorteil für die Fischer: Die Netze sind sehr haltbar und selbst
riesige Flächen Netz können auf engem Raum zusammengelegt werden und nehmen somit wenig Platz an Bord ein. Der Nachteil:
Wale, Delfine, Haie und sämtliche andere Meerestiere, die von den Fischern nicht gefangen werden wollen,
erkennen die im Wasser fast unsichtbaren Netze nicht. Da dieses Monofilament auch nicht von dem Sonarsystem
der Wale geortet werden kann, ertrinken die Meeressäuger zu Tausenden in den Netzen. In den USA hatte 1995 ein
Fischer aus Gloucester / Massachusetts eine Idee, wie man den Beifang von Walen verhindern könnte.
Er webte in den Maschen seines Monofilament- Netzes einen dünnen Metallfaden ein. Durch diesen Metallfaden
konnten nun die Meeressäuger mit ihrem Sonar das Netz als Hindernis erkennen und schwammen um dieses herum.
Ein Großversuch der kanadischen „Grand Manan Fisherman Association“ im August 1998, bestätigte dieses Verfahren.
Inzwischen ist es möglich diesen Metallfaden direkt bei der Herstellung der Netze in dem Monofilament einzugießen.
Auch der Beifang von Haien könnte durch eine ähnliche Technik verhindert werden. Diese ist jedoch noch nicht ausgereift.
Ferner könnten sogenannte "Pinger" den Beifang an Meeressäugern reduzieren. Diese mit Signaltönen ausgestatteten Sender sind jedoch
sehr teuer und somit unbeliebt bei den meisten Fischern.
Leider besteht aber seitens der Fischindustrie kein Interesse daran, alte Netze gegen neue einzutauschen.
Das Leben von Meeressäugern und Haien ist den Fangflotten keine weiteren Investitionen wert.
Aber auch, wenn diese neue Technik sich durchsetzen ließe, auf Dauer hilft nur eine massive Einschränkung der
Fischerei und der Umstieg auf kleine Fischereifahrzeuge mit kleinen Netzen, sowie der Verzicht auf Grundschleppnetze
und das absolute Aus der Treibnetzfischerei.
Die heute meist verwendete und die zerstörerischste Fangmethode sind Grundschleppnetze.
Ein riesiges Netz wird wie ein Einkaufsnetz hinter dem Fangschiff oder zwischen zwei Fangschiffen über den Grund gezogen.
Der Durchmesser der vorderen Öffnung kann über 100 Meter betragen. Diese Öffnung wird durch Scherbretter aus Stahl
auseinander gedrückt, welche wie Tragflächen wirken. Schwimmkörper helfen zusätzlich das zirka 10 Kilometer lange Netz
in einer waagerechten Lage durch das Wasser zu ziehen. Das Netz verengt sich trichterförmig zum Ende hin.
Die Größe der Maschen bestimmt (theoretisch) die Mindestgröße der Fische, die man fangen will.
In vielen Bereichen der Weltmeere ist der Meeresboden durch diese Netze völlig zerstört.
Vor der Netzöffnung scheucht das sogenannte „Geschirr“, ein tonnenschweres Element aus Stahlplatten und schweren
Eisenketten, die Meerestiere auf und treibt diese in das folgende Netz. Dabei werden durch das Geschirr alle
Unterschlupfmöglichkeiten der Fische zerstört. Das Geschirr hinterläßt eine leblose Wüste und der Beifang ist
wahnsinnig hoch. Über 90% der Lebewesen die getötet werden, gehen als Müll wieder über Bord. Inzwischen sind
fast alle Schelfgebiete zu den Kontinentalabhängen durch diese Netze verwüstet. Der Meeresboden der Ostsee,
so deutsche Fischer, ist planiert wie eine Landebahn.
Funktionieren ähnlich der Technik der Grundschleppnetze. Allerdings werden diese nicht über den Grund gezogen
und zerstören so nicht die Strukturen des Meeresbodens. Der Fischer bestimmt die Tiefe, in welcher das Netz
durch die Meere gezogen wird. Es gibt inzwischen spezielle Fangschiffe, welche selbst in der Tiefsee auf Fang gehen.
Die Größe der Netze ist inzwischen so gigantisch geworden, daß auch diese Technik zum Problem wurde. Schiffe,
welche mit Netzen arbeiten, in die der Kölner Dom problemlos hineinpassen würde, sind inzwischen die Regel.
Bei beiden Techniken sagt man, dass zu kleine Jungfische durch die Maschen schlüpfen können und so den Fortbestand
erhalten sollen. Abgesehen davon, dass viele Fischer mit zu kleinen Maschen arbeiten, verlieren die meisten Fische
beim quetschen durch die Maschen ihre Schuppen und sterben daran. Viele werden auch von ihren Artgenossen im Netz
zerquetscht.

Angeboten werden die diversesten Arten. Ob bedroht oder nicht, spielt dabei keine Rolle
Seit Januar 2002 ist die Fischerei mit Treibnetzen für EU - Nationen verboten.
Aber es werden immer noch illegale, überlange Netze eingesetzt. Viele, vor allem aber die asiatische Flotte
verwenden bis zu 120 km lange und 14 Meter tiefe Treibnetze. Diese illegale Treibnetzfischerei ist
zwar seit 1992 weltweit verboten, aber auf hoher See gibt es keine Polizei.
Ein solches Treibnetz hat einen Wert von ca. einer Million Euro und wird von großen Schiffen mittels Winden ausgelegt.
Durch Schwimmkörper oben und Gewichten unten, treibt das Netz senkrecht, wie eine gigantische Wand, knapp unter der
Wasseroberfläche. Das Fangschiff markiert die Position des Netzes mit einer Funksendeboje, um es
24 Stunden später wiederzufinden und aus dem Wasser zu ziehen. Dann fährt es weiter und legt das nächste Netz aus.
Hundertausende Meeresbewohner verfangen sich in diesen unsichtbaren Wänden. Ob kleiner Tümmler oder großer Pottwal,
es gibt kein Entrinnen. Das Monofilament verhindert jedes Entkommen, weshalb Treibnetze auch „Vorhänge des Todes“
genannt werden.
Ein weiteres Problem ist der barbarische Umgang mit Delfinen oder anderen unerwünschten Arten beim einholen
der Netze. Die Fischer stehen unter einem enormen Zeitdruck und haben keine Zeit, einen noch lebenden Delfin
vorsichtig aus den Maschen des Netzes zu befreien. Man schneidet die Teile des Tieres, ob es noch lebt oder nicht,
einfach mit einem Messer ab und wirft den Torso wieder zurück ins Meer. Ebenso, wie bei den Haien, werden
Rückenfinnen von Delphinen, welche sich als Beifang in Netzen befinden, abgeschnitten und als Potenzmittel nach
Asien verkauft. Bei der Treibnetzfischerei ist es traurige Normalität, dass 80 bis 90 % der getöteten Tiere Beifang sind.
Diese Fischereiart wird ausschließlich in flacheren Meeresgebieten, wie der Nordsee angewandt.
Die Längen der Netze können inzwischen 20 Kilometer erreichen. Von der Funktion her ist es wie ein Treibnetz,
nur ist es fest stehend am Meeresboden verankert.
Es wird alle 48 Stunden bei Ebbe kontrolliert und der Fang herausgeholt. Da die Fische sich mit ihren Kiemen
in den Netzen verfangen, werden diese auch „Kiemennetze“ genannt.
Dänemark hat mit über 1500 Schiffen die größte europäische Flotte an Stellnetzfischern.
Tag und Nacht stehen über 10.000 Kilometer Netz in der Nordsee. Obwohl diese Netze Jungfische verschonen,
ist der Beifang hier ein großes Problem. All diese Netze in ihrer Gesamtheit, ergeben für die Bewohner der
Nordsee eine unüberwindbare, tödliche Falle. Vor allem Seevögel, Dorn- und Katzenhaie, sowie jedes Jahr bis zu 8000
Schweinswale und Tümmler sterben in diesen Netzen.
Diese Netze werden kreisförmig um den gefundenen Fischschwarm herum gelegt. Das Netz wird unten,
wie ein riesiger Beutel zugezogen und an Bord geholt.
Diese Technik wurde für den Fang von Tunfischen verwendet. Tunfische schwimmen, in einer für uns immer noch
unerklärlichen Symbiose, zusammen mit Delfinen. Beim Fang des Tunfisches sterben daher auch Hunderttausende Delfine,
weshalb es weltweite Proteste gegen diese Fangmethode gibt.
Eine relativ neue Fangtechnik, mit der man u.a. auf Tunfischfang geht. Hierbei werden drei bis vier
Kilometer lange Leinen, an welchen alle 50 - 100 cm kleinere Leinen abgehen, deren Ende mit Stahlhaken versehen sind,
durch das Wasser gezogen. Bestückt mit bis zu 30.000 Ködern, werden diese schnell durchs Wasser gezogen
und die Fische verbeißen sich in den Ködern. Nachteil; Seevögel, welche die nur kurz unter der
Wasseroberfläche schwimmenden Köder sehen, stürzen sich auf diese und schlagen sich die Stahlhaken durch den Schnabel.
So ertrinken Jahr für Jahr Tausende Seevögel. Besonders der Albatros ist stark betroffen.
Sein Bestand ist durch die Langleinenfischerei inzwischen vom Aussterben bedroht.
Aber auch Haie, Seeschildkröten und viele mehr zählen zu den Beifangopfern.
Eine weitere Art der Grundfischerei. Diese Methode kommt in der Nordsee zum Einsatz. Eine schwere Eisenstange,
welche quer durchs Wasser gezogen wird, garantiert das Aufbleiben des Netzes. Schwere Ketten graben sich in den
Meeresboden und hinterlassen eine leblose Wüste. Schollen und Krabben sind die Opfer dieser Fangmethode.
Ein riesiges Saugrohr wird direkt über den Meeresboden gezogen. Wie mit einem Staubsauger werden alle Tiere und
Pflanzen an Bord der Schiffe geholt.
Die Gammelfischerei produziert ausschließlich für die Futtermittelindustrie.
Die Zahl der Schiffe hat stark zugenommen und stellt inzwischen eine große Bedrohung des Ökosystems dar.
Die traditionellen Beutefische der Seevögel, wie z.B. Glasaale werden abgefischt und lassen den Vögeln,
aber auch anderen küstennah lebenden Tieren nicht ausreichend Futter übrig. Einige Vogelkolonien,
wie die der Papageitaucher wurden bereits durch diese Entnahme der Fische stark beeinträchtigt.
Manchmal nehmen sich die Fischer noch nicht einmal die Zeit, im Netz verfangenen Beifang zu befreien und
schneiden einfach einen Teil des Netzes heraus und werfen dieses mit den gefangenen Tieren zurück ins Meer.
Auch alte und beschädigte Netze werden oft einfach ins Meer geworfen. Durch die Schwimmer treiben
diese „Geisternetze“ jahrelang durch die Meere, bis die Gezeiten sie an den Strand spülen.
Die amerikanische Fischereibehörde geht von 10.000 Meilen Geisternetze im Nordpazifik aus, welche rund
um die Uhr weiter töten. Seevögel, welche die im Netz gefangenen Fische sehen und nach diesen tauchen,
verfangen sich im Netz und sterben qualvoll.
Ausgeglichen wird der zurückgehende Fischfang durch Aquakulturen, die immer mehr Fisch produzieren.
Oft in Fjorden oder Buchten als schwimmende Fischfarmen eingerichtet, werden dort Zehntausende Fische auf engem Raum
gezüchtet. Mittlerweile besteht knapp 1/3 aller Fischanlandungen aus Aquakulturen. Gefüttert werden die Fische, meist
Lachsarten, mit Fischmehl, das vor allem aus Südamerika geliefert wird.

Lachszuchtfarm in Skandinavien
Mit über 5 kg zu Fischmehl verarbeiteten peruanischen Sardellen, um die halbe Welt verschifft, wird in
Skandinavien nur 1 kg Lachs produziert.
Da die peruanische Sardelle durch die wahnsinnige Überfischung (alleine 1994 fing Peru 11,9 Millionen Tonnen
Sardellen) inzwischen auch seltener wird, hat man sich inzwischen auf den Fang von Krill, als Eiweißlieferant im
Fischfutter eingestellt. Immer größere Fangflotten sieben die Minikrebse aus dem Nordpazifik und Nordatlantik.
Nahrung, die den Bartenwalen und anderen Meerestieren fehlt. Immer häufiger wird beobachtet, dass Wale es nicht mehr
schaffen, genügend Fettreserven für die lange Reise nach Süden wo sie sich fortpflanzen, anzufressen . Viele Tiere
sterben auf diesen bis zu 10.000 km langen Reisen.
In den Aquafarmen werden die Zuchtfische in so großer Anzahl gehalten, daß sich Krankheiten und Parasiten schnell
ausbreiten. Man mischt deshalb dem Futter Medikamente und Chemikalien bei. All diese Stoffe werden von der Strömung
in die Meere getrieben.
In Asien wurde bereits ein Großteil der Mangrovenwälder abgeholzt, um in dem weichen Boden Becken auszuheben,
welche mit Fischen oder Shrimps besetzt werden. Bevor man die teuren Zuchttiere einsetzt,
werden alle anderen Lebewesen in diesem Bereich getötet. Hierfür verwendet man noch weitaus giftigere Substanzen.
Starker Regen schwemmt später die giftigen trüben Wassermassen in die, dem Ozean vorgelagerten Mangrovenwälder.
Dabei töten die Chemikalien die dort lebende Tierwelt und vergiften den Boden für Jahrzehnte.
Ganze Buchten sind durch diese Zuchtbetriebe verseucht worden.
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