In unseren Ozeanen sind Robben fast überall verbreitet. Selbst in zwei Süßwasserseen
sind sie mitunter, wie etwa die kleine Baikal – Ringelrobbe vorzufinden.
Derzeit befinden sich auf diesem Planeten etwa 30 Millionen Robben. Das entspricht jedoch nur
einem Bruchteil der einstigen Gesamtpopulation. Robben sind in drei unterschiedliche Familiengattungen
unterteilt. Hierbei handelt es sich zum einen um die Ohrenrobben (Otariidae), bei welchen noch sichtbare
Ohrmuscheln vorhanden sind; zum zweiten um Hundsrobben (Phocidae) , die keine äußeren Ohrmuscheln aufweisen,
sowie um die Familie der Walrosse (Odobenidae).
Robben bevölkern seit über 20 Millionen Jahren die Weltmeere. Ihre Vorfahren waren
bärenähnliche Landsäugetiere, welche den Schritt ins Wasser wagten, um die dortigen
Futterressourcen zu nutzen. Im Laufe ihrer Evolution wurden die Aufenthalte im Wasser immer länger.
So wurden aus den auf dem Land lebenden Raubtieren ganz allmählich Meeressäugetiere, welche heutzutage
ihre Aufenthalte an Land unter anderem nutzen um sich zu paaren oder ihre Jungen zu gebären.
Die Gliedmaße der einstigen Landsäuger wandelten sich im Laufe der Zeit zu Flossen um.
Der lateinische Ausdruck Pinnipedia (Flossenfüßer), welcher häufig genutzt wird, ist sehr treffend
für die Extremitäten dieser Tiere. Es existieren 34 verschiedene Robbenarten, von denen die meisten zur
Familie der Hundsrobben gehören. Bedingt durch ihre Entwicklungsgeschichte bewegen sich die Robben an
Land eher behäbig und plump. Unter Wasser jedoch zeigen die gekonnten Schwimmer mit ihrer spindelförmigen
Gestalt ihre wahre Grazie. Es werden Tauchgänge von ca. 2 Stunden und eine Tauchtiefe bis zu 2000 Metern von
einigen Arten erreicht.
Die Art und Weise der Fortbewegung der einzelnen Familiengattungen sind recht unterschiedlich.
Unter Wasser bewegen sich Hundsrobben durch ihr hin und her schwingendes Hinterteil, wohingegen
Ohrenrobben ihren Antrieb und die Steuerung den Vorderflossen überlassen. An Land fallen die Mitglieder der
Familie der Ohrenrobben durch ihre watschelnde Gangart auf. Hundsrobben hingegen bewegen sich mit Hilfe ihres
ganzen Körpers vorwärts.
Walrosse bewegen sich unter Wasser ähnlich den Hundsrobben. Bei ihren Landaufenthalten jedoch ist ihre
Fortbewegungsmethode eher mit jener der Ohrenrobben zu vergleichen. Walrosse, bei denen männliche als auch
weibliche Tiere zwei mächtige Stoßzähne tragen, sind sehr gesellige Tiere, die an den küstennahen Gebieten der
Arktis beheimatet sind. Selten findet man vereinzelte Tiere auch schon mal weiter südlich vor.
Nachdem Hundsrobben ihren Nachwuchs auf die Welt gebracht haben, brechen für die weiblichen Tiere,
als auch für ihre Neugeborenen, harte Zeiten an. Die Muttertiere, die ihre Jungen am Geruch und an den
Rufen erkennen sind bemüht, diese so schnell wie möglich kräftig genug werden zu lassen, damit sie ins Wasser
können, um möglichen Gefahren, wie etwa Raubtieren zu entgehen. Hilfreich dabei ist die Muttermilch,
welche den höchsten Fettgehalt bei allen Säugetieren aufweist. Ohrenrobben säugen ihre Jungen länger.
Sie lassen ihren Nachwuchs an Land in Gruppen von mehreren 100 Tieren zurück, um Futter für sich im Meer zu suchen.
Ihre Neugeborenen sind derweil in den sogenannten Horts unter der Obhut erwachsener Tiere relativ sicher.
Das Aufspüren der Beute unter Wasser geschieht mit Hilfe der Tasthaare. Diese nehmen bereits geringe
Vibrationen wahr und geleiten die Robben, die außerdem mit sehr guten Augen ausgestattet sind, zielsicher
zu ihrer Beute. Auf dem Speiseplan der Robben steht allerlei dessen, was das Meer zu bieten hat.
Bei der Analyse des Mageninhaltes einer Sattelrobbe, konnte man z.B. über 100 diverse Tier- und Muschelarten nachweisen.
Die größten Gefahren für Robben verursacht direkt oder indirekt der Mensch. Durch die kommerzielle Jagd,
verschiedene Fischereimethoden sowie Umweltverschmutzung und Klimaänderung kommen jährlich hunderttausende Robben um.
Informationen über die Robbenjagd in Kanada finden Sie HIER
Neben der Gefahr der direkten Tötung durch den Menschen,
ist die Menschheit noch in vielen weiteren Bereichen für den Tod der Robben verantwortlich. Die Vergiftung
des Meeres durch die Industrie, sowie die extensive Fischerei mit ihren Treib- und Stellnetzen sind hierbei die
größten Gefahrenquellen für die Robben. Umweltgifte, die Robben durch ihre Beute zu sich nehmen, lagern
sich im Fettgewebe der Tiere an und führen immer häufiger zu Schädigungen in der Erbsubstanz und lassen
einige Tiere sogar unfruchtbar werden.
Häufig werden Robben auch erschossen in der Nähe von Fischzuchtfarmen aufgefunden.
Fischer erlegen die Tiere, weil sie sich durch Netze beißen und die wertvollen Zuchtfische stehlen.
Ca. 30 000 - 50 000 Robben ertrinken Jahr für Jahr in den Netzen der Fischereiflotten und werden anschließend als
unerwünschter Beifang über Bord der Schiffe geworfen. Auch einige Wassersportgeräte, wie zum Beispiel Jet-Ski oder
Motorboote bedrohen Robben durch Kollisionen und verletzen diese Tiere oftmals mit ihren Schiffsschrauben.
Die Tourismusbranche stiehlt einigen Robbenpopulationen durch den Bau von immer größer werdenden Betonkomplexen
selbst an den entlegensten Stränden ihre traditionellen Paarungs- und Geburtsstätten. Gefahr droht auch durch
Ölkatastrophen, sowie durch illegale Tankreinigungen auf See, bei denen Robben tausendfach in Mitleidenschaft
gezogen werden.
Auch Wetterphänomene wie beispielsweise "El Nino" führen dazu, dass viele neugeborene Robben sterben. Der sehr warme Winter 2007 / 2008 führte in Finnland dazu, dass viele neugeborene Ringelrobben ertranken, da das vorhandene Eis sehr brüchig war.
Robbenfleisch, ist kein Verkaufsschlager. Es schmeckt selbst den Robbenjägern nicht.
In Kanada gibt man sich, bisher vergebens, große Mühe einen Markt für das Fleisch zu finden,
denn die bei der Jagd auf dem Eis zurückgelassenen Kadaver treiben häufig an die Küsten.
Man versuchte in der Vergangenheit auch Robbenfleisch als billiges Futter für Nerzfarmen zu verwenden. Jedoch wurde man auch hier enttäuscht.
Füchse und Nerze verweigerten zum Teil das tranige Fleisch der Robben.
Flossen werden den Tieren abgeschnitten. Aus ihnen kochen die Bewohner Neufundlands "Seal Flipper Pie".
Ölkapseln sind eine neue Variante der Vermarktung. Das Öl wird aus dem Fett (Blubber) der Tiere ausgekocht.
Da die verschmutze Umwelt aber auch die Robben nicht verschont, sind in dem Fett auch Schwermetalle,
PCB`s und andere Umweltgifte vorhanden.
Penisse der Robben wurden in den vergangenen Jahren in großer Stückzahl gewinnbringend als Pseudo- Potenzmittel
nach Asien verkauft. Der Penis einer ausgewachsenen Sattelrobbe bringt dem Robbenjäger ca. 10-12 ein.
In Asien werden die Penisse gekocht, getrocknet und zermahlen. Als Pulver werden Sie Getränken beigefügt.
Eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat dies natürlich nicht. Viele andere Tierarten wie Tiger,
Bären odr Nashörner sind bereits alleine wegen dieser perversen Tradition an den Rand der Ausrottung getrieben worden.