Die Anpassung an die Umwelt, in Bezug auf die Gleichheit in Farbenart und Farbverteilung bei See-, Strand und Watvögeln ist faszinierend und verwirrend für den Beobachter. Es ist nicht nur schwer, die verschiedenen Arten zu differenzieren, sondern auch die verschiedenen Kleider (Brut-, Ruhe-, Jugend-, Weibchen und Männchenkleid) zu unterscheiden, die den ständigen Rhythmus des Lebens wiederspiegeln. Die im folgenden beschriebenen leben entweder ausschließlich oder zu einem entscheidenden Teil des Jahres auf dem Wasser oder an den Stränden größerer Süß- und Salzgewässer, sowie in Brackwasserbereichen. Zu den Seevögeln gehören nicht nur Möwen und Seeschwalben, sondern u.a. Wassertreter, Raubmöwen, Noddies, Taucher, Röhrennasen, Alke, Pelikane und Pinguine. Eine ebenso große Artenvielfalt gibt es bei den Watvögeln, die von Austernfischern, Regenpfeifern, Blatthühnchen, Rallen, Ibisvögeln, Löfflern und Flamingos, bis hin zu Reihern und Dammeln, Kranichen sowie Rallenkranichen, Strandläufern, Säbelschnäbelern, Stelzenläufern und Störchen führt. Da es also eine weite Bandbreite an See-/ Strand und Watvögeln gibt, fokussieren wir diesen Bericht auf bestimmte Arten, ohne einen Anspruch auf die Gesamtheit aller Vogelarten zu erheben.
Zur Gruppe der Alke gehören die Papageitaucher, die Tordalke, die Lummen, sowie kleinere Alke und kleinere Lummen. Insgesamt gibt es 22 Alkenarten. Alle nisten und leben im Nordpazifik und im Nordatlantik.
Die Papageitaucher die aus drei verschiedenen Unterarten bestehen, sind für den Beobachter nur schwer zu unterscheiden. Sie bauen Erdnester in Küstennähe und sind tagsüber dort anzutreffen. Wenn die Jungen flügge sind, ziehen sie mit den erwachsenen Vögeln hinaus aufs Meer. Ist die Brutzeit vorüber, werfen die erwachsenen Papageitaucher einen Teil ihrer bunten Schnäbel ab, die bald wieder nachwachsen. Im Winter mausern die Vögel und können eine Zeit lang nicht fliegen. Zu dieser Zeit befinden sie sich mitten auf dem Ozean und schwimmen dort in losen Schwärmen.
Ihre Nahrung, die aus kleinen Fischen besteht, verstauen die Alke seitlich am Körper und bringen diese dann schwimmend zum Nest.
Unter den Dreizehenmöwen nisten die Trottellummen auf engen Felsvorsprüngen der Klippen. Ihre Eier sind so geformt, daß sie nicht von den meist abschüssigen Vorsprüngen rollen können.
In der Nähe der Küsten des Pazifik leben die sieben Arten der Lummen. Sie nisten meistens nicht in Kolonien. Oft befinden sich ihre Nistplätze einige Kilometer im Landesinneren, wobei sie sich Löcher in Bäumen oder in Bodennähe suchen.
Da die Körper der Alke äußerst fetthaltig sind, wurden diese schnell vom Menschen als wertvoller Köder zum fischen und als Nahrung für die Fischer benutzt. Somit war z.B. der Riesenalk die erste Vogelart, die in Nordamerika durch weiße Siedler ausgerottet wurde. Riesige Mengen der Alke wurden mit Stöcken erschlagen anschließend frisch gepökelt verspeist. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der letzte Riesenalk auf einer Insel in der Nähe Islands erschlagen.
Auch heute noch gelten u.a. die Papageientaucher in einigen Regionen als Delikatesse.
Auch der Tourismus beeinträchtigt manche Seevogelkolonien. Als Beispiel dient unter anderem Puffin Island, eine kleine Insel, die sich im nördlichen Teil von Wales an der Atlantikküste befindet. Vor Jahren diente diese Insel als Brutplatz für viele Seevögel. Besonders die bunten Papageitaucher zogen Touristen an, welche per Fähre vom Festland auf die Insel gebracht wurden. Da über Jahre die Touristen ohne Rücksicht auf Balz-/ und Brutzeit, das Eiland betreten konnten, sind nach und nach die Vögel gestört und somit vertrieben worden. Heute gibt es fast keine Vogelart mehr auf Puffin Island und somit fährt auch keine Fähre mehr dorthin. Es ist fraglich, ob sich die Bestände dort jemals erholen werden !
Reiher, Ibisvögel, Flamingos, Kraniche, Blatthühnchen, Austernfischer, Regenpfeifer, Strandläufer, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Storche und Rallen.
Die meisten Watvögel sind Zugvögel, die nach Süden oder Norden ziehen, um zu nisten. Die Strandläufer und Regenpfeifer legen dabei die weitesten Strecken zurück. Die Blatthühnchen und Rallen, sowie einige andere Arten, lassen sich in warmen Gegenden nieder. Meist ziehen sie nur ein wenig weiter oder verlassen ihren Lebensraum nicht.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Fischen, Würmern, Krustentieren, Larven, Insekten und Plankton. Mit ihren Schnäbeln suchen und fangen die Vögel ihre Nahrung im Schlamm, oder nahe der Wasseroberfläche.
Einige von ihnen können allerdings auch über einen längeren Zeitraum von Pflanzennahrung existieren.
Bevor das Tauwetter einsetzt, kommen viele der Strandläufer und Regenpfeifer an ihren Brutstätten an. Bis ihre natürliche Nahrung freigelegt ist, ernähren sie sich von Beeren aus dem letzten Jahr. Von Krähen-Rauschbeeren ernähren sich die Arten, welche lange Flüge über den Ozean machen. Sie pausieren auf angrenzenden Küstenstreifen oder an der Labrador-See, um sich ein Fettpolster anzulegen und um Energie für die lange und nicht ungefährliche Reise zu speichern.
Die Watvögel haben sich speziell auf ihre Lebensart und ihren Bedürfnissen angepaßt. Damit die Vögel im Schlick herumwaten können, haben die meisten relativ lange Beine und spitze Schnäbel, um die Nahrung gut aufnehmen zu können.
Meeresvögel kommen meist nur zum nisten auf das Land, wobei sie auch dort ihre Jungen aufziehen. Es gibt 260 verschiedene Seevogelarten, die in 15 Gruppen unterteilt sind. Dazu gehören Albatrosse, Lappentaucher, Alke, Tropikvögel, tropische Tölpel, Tölpel, Tauchsturmvögel, Sturmtaucher, Sturmschwalben, Seeschwalben, Möwen, Pinguine, Seetaucher, Skuas und Wassertreter. Jedoch gibt es auch einige Arten, die ausschließlich Meeresbewohner sind. So leben einige Möwenarten z.B. auf Wiesen und Felsen, wobei andere von der selben Gattung an Küsten und Häfen existieren.
Im Verlauf von Millionen von Jahren haben sich die Seevögel ihren Lebensbedingungen angepaßt. Sie ernähren sich fast ausschließlich von tierhaltiger Nahrung. Ihre Körper sind meist klein und leicht. Ihre Flügel sind relativ groß, damit sie über das Wasser gleiten können und längere Strecken ohne größeren Energieverbrauch zurücklegen können. Für manche Arten wie z.B. verschiedene Taucher ( ausgenommen der Sterntaucher ) ist es aus anatomischen Gründen unmöglich an Land zu gehen. Sie nisten daher auf Bäumen, Felsvorsprüngen oder Klippen, wo sie sich aus der Luft direkt herabstürzen können.
Die Pelikane sind in 7 verschiedenen Gattungen aufgeteilt, die aus 5 Familien und 56 Arten bestehen. Dazu gehören die Tölpel und tropischen Tölpel, die Pelikane, Kormorane, die Schlangenhalsvögel, Fregattvögel, sowie die Tropikvögel. Obwohl die meisten dieser Vögel äußerst unterschiedlich aussehen, haben alle vier mit Schwimmhäuten versehene Zehen.
Der Lebensraum dieser Gattung reicht von der offen See und den Meeresküsten bis hin zu Seen, Sümpfen und Flüssen. Die Lebenserwartung der Pelicaniformen beträgt meist über 20 Jahre, wobei einige Arten wie der Baßtölpel lebenslange Einehen führen. Alle Arten brüten in mehr oder weniger engen Kolonien an isolierten Orten, wie Kuppen hoher Felseninseln und auf Klippengraten. Während der Brutzeit teilen sich die Eltern die Pflichten des Ausbrütens. Der Brutvorgang dauert je nach Art 4 bis 7 Wochen. Die Küken schlüpfen nackt, mit Ausnahme der Tropikvögel und bekommen nach circa 2 bis 3 Wochen flauschige Daunen. Die Nahrung dieser Gattung besteht überwiegend aus Fischen, teilweise auch aus Tintenfischen und anderen Wirbellosen. Manchmal werden sogar die Eier und Küken anderer Vögel verspeist.
Bei den Tölpeln und Tropischen Tölpeln ist äußerlich eine starke Ähnlichkeit festzustellen. Alle sind sehr groß, haben lange, enge Flügel und keilförmige
Schwänze, sowie starke kegelförmige Schnäbel. Der Kaptölpel Südafrikas, der Baßtölpel und der Australische Tölpel haben alle weiße Körper und Flügel mit schwarzen Spitzen, blasse Schnäbel und eine gold-/gelbliche Tünde am Hinterkopf. Man kann sie nur anhand der Schwanzspitzen unterscheiden.
Der Baßtölpel brütet beidseitig des Atlantiks. Im Winter zieht er südwärts, den Küsten Nordamerikas und Europas entlang. Er ist ein großer kräftiger Hochseevogel, der sich aus bis zu 40 Meter Höhe senkrecht ins Wasser stürzt, um an Beute zu kommen. Seine Nasenöffnungen sind zugewachsen.
Der Baßtölpel wird erst mit 5 Jahren geschlechtsreif und hat bis dahin 5 verschiedene Kleider. Er führt eine lebenslange Einehe, wobei die Paare im Winter meist getrennt sind und sich zum Beginn der Brutzeit am alten Brutplatz treffen. Der Baßtölpel legt ein Ei und die Brutzeit beträgt 42 bis 45 Tage. Fällt ein anderes Tölpelküken ins Nest, wird es ebenfalls umsorgt. Die Nestlingszeit dauert 3 Monate.