Cetaceen (Waltiere)

Seit Aristoteles werden Wale, Delfine und Tümmler unter der Bezeichnung „Cetaceen“ zusammengefasst. Das lateinische Wort „Cetaceen“ ist aus dem griechischen „kete“ abgeleitet, was soviel wie "Meeresungeheuer" bedeutet.

Die Meeressäuger entwickelten im Laufe ihrer Evolution ein tiefes soziales Verhalten. Im Zentrum der Gruppen steht meist ein weibliches Tier; einige Walarten bilden gar lebenslange Gemeinschaften.

Im Laufe von Millionen Jahren passten sich die Cetaceen perfekt an ihren Lebensraum an und entfernten sich vollkommen von ihrer ursprünglichen Abstammungsart. Während das Auge als Sinnesorgan etwas an Bedeutung verlor (Wale sind farbenblind) , entwickelten sie andere effektivere Möglichkeiten, um ihren Lebensbereich Ozean zu erobern.

Flipper eines Buckelwals Buckelwal bei der Jagd auf Nahrung

Cetaceen kommunizieren in einem breiten Frequenzbereich, wobei die Dichte des Wassers diese Nachrichten über Hunderte von Kilometern übertragen kann. Die Schallwellen breiten sich unter Wasser fünfmal schneller aus. Wie die Cetaceen die große Palette von Lauten erzeugen und wie sie diese wahrnehmen, ist noch relativ ungewiss. Viele Walarten haben weder Stimmbänder noch Ohren wie wir diese von uns oder von anderen Säugetieren kennen.

Wale haben es im Laufe ihrer Entwicklung geschafft, die Magnetfelder der Erde wahrzunehmen. Dank dieses Biomagnetismus können sie sich auf ihren langen Wanderungen an den Magnetfeldlinien der Erde orientieren.

Eine andere Besonderheit der Zahnwale ist die Echoortung. In schlammigen oder dunklen Bereichen konnten sich die Tiere wahrscheinlich nicht ausreichend orientieren und haben daher im Laufe ihrer Existenz die Echoortung entwickelt. Die Tiere stoßen einen Schallimpuls aus, welcher auf ein Hindernis trifft und von diesem zurückgeworfen wird.

Dies ist eine sehr grobe Umschreibung, denn die Tiere können aus den zurückkehrenden Schallwellen nicht nur die Position eines Hindernisses ermitteln, sondern auch dessen Struktur und Beschaffenheit.

Grindwalkuh mit Kalb

Wale und Delfine werden grob in zwei Unterordnungen unterteilt. Es gibt die Bartenwale und die Zahnwale. Diese beiden Unterordnungen unterscheiden sich in einigen Punkten und sind leicht auseinander zu halten.

Zu den Bartenwalen zählen alle Großwale, mit Ausnahme des Pottwals, der mit bis zu 18m Länge der größte Zahnwal ist.

Wale der Unterordnung Bartenwal besitzen keine Zähne. Sie nehmen ihre Nahrung mit Hilfe von Barten auf. Barten sind Hornplatten, welche vom Oberkiefer herabhängen und es den Walen ermöglichen, ihre Nahrung aus dem Wasser heraus zu filtern. Diese Barten sind von Art zu Art unterschiedlich groß und auch in unterschiedlicher Anzahl vorhanden.

Ein weiterer Unterschied zwischen Zahnwal und Bartenwal ist das Blasloch. Zahnwale besitzen nur ein Blasloch, wohingegen die Bartenwale über zwei verfügen. Die beiden Unterordnungen Zahnwal und Bartenwal werden wiederum in verschiedene Familien unterteilt.
Zu den Zahnwalen zählen außer dem Pottwal, dem kleinen Pottwal und dem Zwergpottwal, viele kleinere Walarten, sowie alle Delfin- und Tümmlerarten.

Die bekanntesten Delfine sind wohl die großen Tümmler und die Schwertwale. Letztere sind die größten Vertreter der Delfine. Der zu unrecht als „Killerwal“ beschriebene Schwertwal wird allgemein als Orca bezeichnet.

Schwertwale

Alle Cetaceen leiden unter der direkten Bejagung. Sie sind jedoch auch von den Folgen der Überfischung bedroht. In riesigen Treib-, Schlepp- oder Stellnetzen ertrinken Hunderttausende Meeressäuger jedes Jahr. Auch vor der deutschen Küste in der Nord/- und Ostsee sind die Meeressäuger nicht sicher vor dieser Gefahr. Mehrere Tausend Schweinswale verheddern sich alljährlich in den feinmaschigen Netzen der Fischer und sterben einen qualvollen Erstickungstod.

Besonders die in Küstennähe oder in Flussmündungen lebenden kleineren Walarten wie etwa Schwertwale, Belugas, Schweinswale und Flussdelfine sind von den Folgen der Meeresverschmutzung stark betroffen.

Gemeiner Delfin vor den Azoren

Die Einleitung von giftigen Substanzen ins Meere zu stoppen wird eine der größten Herausforderungen für dieses Jahrhundert sein. Nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt in den Meeren ist dies unerlässlich, denn auch wir Menschen selber sind hierdurch stark gefährdet.

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